16. Februar 2009 – 10:22

Wie mixt man einen Mojito?

Der Mojito ist heute einer der populärsten Cocktails weltweit. Die Frage nach seiner bestmöglichen oder originalgetreuen Zubereitung beschäftigt daher Bartender und Connaisseure gleichermassen. In unserem Forum kam wieder einmal die Frage auf, wie man das Getränk am besten herstellt. Kent Steinbach vom Mojitos in Düsseldorf hat eine sehr ausführliche, schöne Erklärung geschrieben, wie er das Getränk studiert hat und wie er schließlich auch seine Bar danach benannt hat:

Meiner Ansicht nach sollte man so alte und weltbekannte Klassiker, wie den Mojito, möglichst originalgetreu mixen. Das schließt natürlich abgeänderte Varianten nicht aus, allerdings sollten sie dann als Variationen des Originals angeboten werden. Im Falle des Mojitos ist die Basis sehr wichtig für den Geschmack und somit handelt es sich klar um eine Interpretation der klassischen Rezeptur, wenn keine kubanischen oder ursprünglich kubanischen Rums verwendet werden. Ein Old Fashioned oder Whiskey Sour mit Scotch oder Irish ist schließlich auch eine Variation mit deutlich verändertem Charakter, der dann als Scotch- oder Irish Old Fashioned bezeichnet wird.

Für mich ist der beste Weg, um die traditionelle Zubereitung eines Klassikers zu erlernen, eine Reise in das Land, die Stadt oder die Bar in der er entstanden oder populär geworden ist. Deshalb bin ich vor einiger Zeit (2002) nach Cuba geflogen und habe mich 2 Wochen, davon 1 Woche in Havana Vieja, unter anderem sehr intensiv mit der Herstellung des Mojito vor Ort beschäftigt. So habe ich die namhaften, aber auch die weniger bekannten Bars der Stadt und besonders an der Calle Obispo besucht, viele davon mehrfach. Dabei konnte ich den verschiedenen Bartendern sehr genau auf die Finger schauen und mir Notizen machen. Später hatte ich darüber hinaus Gelegenheit, mit dem Vorsitzenden der Sektion Havana der cubanischen Bartender Union, Orestes Pajon, mehrmals in Düsseldorf zusammen arbeiten zu dürfen.

Meine Erkenntnisse daraus resultierten erstens in der Eröffnung meiner Bar "Mojito's" und zweitens in der vollkommenen Umstellung meiner Mojito Rezeptur. Obwohl natürlich auch in Cuba jede Bar und jeder Bartender in gewisser Weise eine eigene Art der Herstellung des Mojitos hat, so kann man doch bei allen eine klare Grundlinie erkennen.
So ist der Mojito in Cuba grundsätzlich als eine relativ lange, eher süßliche Limonade, mit dezentem Rumgeschmack und einem kaum spürbaren Hauch fruchtiger Minze zu charakterisieren. Der Mojito ist gerade bei heißen Temperaturen ein idealer Durstlöscher, den man einfach so
wegschlürfen kann. Sehr angenehm aber auch nicht ungefährlich.

Alle Bars verwendeten eine milde, fruchtige und junge Minze mit dünnen, kurzen Stängeln, außerdem einen sehr feinen grauen Rohrzucker(Vermutlich Rohrohrzucker - bei uns im Bio Markt), in besseren Bars auch ganz weißen Rohrzucker, dazu frischen oder abgefüllten Limettensaft, meist Havana Club Rum (90%) oder andere cubanische Marken, in den Qualitäten Silver, der später in D durch Anejo Blanco ersetzt wurde (80% der Bars, z.B. LaBdelM und auch mein Favorit, weil leichter, fruchtiger und ohne Holznoten) oder 3 Jahre(20% der Bars, z.B. Floridita), Soda oder Mineralwasser mit CO2 und eine üppige Minzspitze als Deko.

Darüber hinaus benutzen ca. 30 % der Bars Angostura Bitters (LaBdelM nein/ Floridita ja). Auch bei der Rezeptur überwiegen die Gemeinsamkeiten. Alle verwenden relativ viel Minze, immer mit Stängel, sehr viel Zucker, nicht zu viel Limettensaft, ca. 4 - 5 cl Rum (Die Profis - Aushilfen versehentlich auch gern mal das Doppelte) und sehr viel Soda! Die größten Unterschiede, neben der Rumqualität und der Verwendung von Bitters, konnte ich bei der
Herstellung beobachten. Zwar gaben alle Minze, Limettensaft und Zucker ins Glas, aber dann trennen sich die Wege. Einige muddeln das Ganze jetzt leicht, andere rühren nur mit dem Löffel im Glas kräftig um, wieder andere füllen erst das Soda und/ oder Rum auf und muddeln dann oder rühren wieder mit dem Löffel kräftig um, bis der Zucker aufgelöst ist. Dabei wird sehr darauf geachtet, die Blätter nicht zu beschädigen.

Erst zum Schluß wird das Eis aufgefüllt, das übrigens immer Würfeleis ist, allerdings meist mit sehr kleiner Würfelgröße, wie man sie bei uns bei McDonalds finden kann. Danach wird meist nochmals umgerührt, evtl. mit 1 - 2 dashes Bitters getoppt und dann mit Strohhalm und Minzspitze serviert. Das Ganze hat dann ein fast durchsichtiges bis transluzentes Aussehen, mit einem ganz leicht grünlichen Touch und schönen, unbeschädigten Minzstängeln dazwischen.
Man kann sagen, es sieht so aus wie es sich trinkt, leicht, frisch und süffig.

Bei dieser Beschreibung gebe ich allerdings zu bedenken, daß meine Reise nun bereits 6 Jahre zurückliegt und sich in dieser Zeit evtl. einige Dinge geändert haben, insbesondere was die Rum Qualitäten betrifft. So habe ich letztens in einem Video auf YouTube http://www.youtube.com/watch?v=CIaLzjLXD1E gesehen, daß in der LaBdelM mittlerweile auch 3jähriger Havana Club verwendet wird.

Auf jeden Fall ist der Mojito auf Cuba ein Genuß und ich werde nie wieder die typisch deutsche Version, mit zermatschter Pfefferminze und Limette, zu wenig Zucker und Soda machen oder gar trinken.

 

Weitere Beiträge zum Mojito gibt es auch in diesem Pfad:

http://www.mixology.eu/de/blog/der-richtige-mojito

Kategorien:

Re: Wie mixt man einen Mojito?

Oldschool! Man sollte bei einem Cocktail mit so einer Popularität und Beliebtheit, vielleicht auch kulturellen Bestandteil der Cocktails, immer bei der Orinialrezeptur bleiben. Schluss, aus, fertig!

Re: Wie mixt man einen Mojito?

Walter Meloni, 27

Hallo an alle

hätte noch eine Zutat die ich gerne mit in die Diskussionsrunde einbringen möchte. Fee Brother Mint Bitters. Was haltet Ihr von diesem in einem Mojito?

Re: Wie mixt man einen Mojito?

zu aller erst an allstargum:
ein mojito ist kein cocktail !
wenn man ihn in eine kathegorie stecken würde wäre es ein longdrink.
auf cuba jedenfalls nennen sie den mojito nicht longdrink, sondern er ist ein erfrischungsgetränk mit alkohol ;)

an water meloni:
hab den bitter leider noch nicht genießen können, kann mir aber vorstellen, dass er das ganze in geringen mengen ganz nett abrunden könnte.
will aber nichts behaupten, bevor ich das produkt nicht selber probiert habe.

auf cuba werden die mojito´s (nat. in nicht touristen überlaufenen spelunken) wie schon sehr gut beschrieben folgenderweise hergestellt (das waren meine erfahrungen, die im prinzip nicht wirklich von dem schon geschrieben abweichen. ich möchte das schon geschriebene nur nochmal bestärken um vll. auch mal in deutschland ein wenig öfter einen guten mojito trinken zu können):
-rum, jedoch nicht so viel wie es bei uns üblich ist. ca. 4 cl werden verwendet ( ich erinnere: es soll ein erfrischungsgetränk sein, den man alltäglich in der sonne genießen kann. mit 6 cl rum wäre nach kurzer zeit der genuss vorbei ^^)
-weißer rohrzucker, bzw. wenn keiner da ist ganz normaler kristallzucker, im notfall rohr-/zuckersirup (immernoch besser als der sch**ß braune rohrzucker)
-frisch gepresster limettensaft (die limette selbst hat in dem drink nichts zu suchen und um gottes willen kein pulco scheiß, der auch jeden drink ungenießbar macht, verwenden. lime juice oder lemon squash hat hier ebenfalls nichts zu suchen. die leute in europa sind diese babbsüßen drinks gewohnt. wenn ich den schmodder trinke, hab ich dass gefühl, dass ich ne verstopfung bekomme, weil mir der a***h zubabbt)
-Minzzweige, welche nur leicht angedrückt werden. nicht in kleinstteile zerfetzen, sodass alle bitterstoffe herausgequetscht werden. schmeckt sehr übel und man zieht ständig fetzen der minze durch den trinkhalm.
-das alles wird in einem longdrinkglas mit würfeleis (nicht mit crushed ice !!!!) serviert und mit soda aufgefüllt und schön verrührt.
-garnitur ist nach wie vor ein minzzweig.
-viele machen sich 1-2 dash angostura mit in den drink um die aromen der minze besser hervorzuheben, aber ob das original ist, darüber lässt sich streiten. ich pers. mag es lieber mit angostura

Re: Wie mixt man einen Mojito?

@flava flow

"Cocktail", ursprünglich der Begriff für eine Getränkegruppe innerhalb der Kategorie der gemischten Getränke, hat sich als Gattungsbegriff für die gesamte Kategorie der gemischten Getränke durchgesetzt. Der allgemeine Sprachgebrauch hat diese Entwicklung herbeigeführt. Es setzt sich heute ja auch kein Gast an die Bar und sagt: "Ich möchte ein gemischtes Getränk zu mir nehmen, bin allerdings noch nicht sicher, ob es der Gruppe der Fizzes, Smashes oder Rickeys entstammen soll. Auf keinen Falll aber möchte ich einen Sling oder Julep zu mir nehmen. Auch nach einem Cocktail gelüstet es mich heute nicht." Ein Bellini ist demnach ebenfalls ein Cocktail, auch wenn er nur aus zwei Zutaten besteht. Und ebenso der Mojito.

Re: Wie mixt man einen Mojito?

ich ging davon aus, dass man selbst heute noch bei z.b. meisterschaften sehr wohl zwischen klassischem cocktail (der klassische cocktail: bestehend aus sieben zehnteln (wenig flüssigkeit), oft großer anteil alkohol – zusammensetzung aus basis + modifier (+ additiv) ) und longdrink (longdrink – größere flüssigkeitsmenge (rickey – z. b. caipirinha und ihre varianten, fix, fizz, collins, highball, julep, tropical drink), etc. unterscheidet.
wie sich der begriff cocktail bis heute entwickelt hat wusste ich natürlich in dem fall nicht, aber ob ich das gut heiße, dass es so ist ist wieder einmal eine andere sache.
das ist das selbe phänomen, worüber sich die ganze männerwelt amüsiert, wenn eine frau in ein autohaus geht und ein auto bestellt: "ich hätte gerne ein auto! am besten ein rotes!"
es gibt nicht nur eine automarke und diese sind nicht nur in farben, etc. eingeteilt. und wenn man in dieser branche auf mehr details beim kauf besteht, warum denn auch nicht in der barwelt?
das sich die wenigsten, die nichts mit der barwelt an sich zu tun haben überhaupt nicht mit dieser auskennen liegt meiner meinung nach unter anderem daran, dass die gastronomen auch nicht darauf achten, dass sie wenigstens mal die karte richtig schreiben und unterteilen, denn dann würden die leute vielleicht nicht zu allem cocktail sondern fizz oder ricky oder sonstiges sagen. wenn man so durch die karten der bars sieht, kann man neben der absolut inakzeptablen kathegorisierung der getränkegruppen auch andere fehler, welche zu 80-90% aller der von mir bisher besuchten bars aufgetreten sind, finden. aleine das die leute ramazzotti nicht richtig schreiben können sagt schon einiges ^^
achtet mal darauf! meine erfahrung hat gezeigt, dass mind. 8 von 10 bars ramazzotti falsch geschrieben hatten :)
aber man kann sich über jede entwicklung streiten, was ich persönlich nicht vor habe.
ich akzeptiere es, dass manche dinge passieren/sich ändern, aber ich unterstütze es nicht immer.
danke für die belehrung und ich werde in zukunft wissen, dass ein mojito jetzt auch schon nur ein cocktail (ein rotes auto) ist.
mfg

Re: Wie mixt man einen Mojito?

Das Barsalzamt fragt den werten Herausgeber:

Sind Sie immer noch der Meinung, dass "...Bartender sich weniger um Eigen-PR, als um persönliche Fortbildung und Weiterentwicklung kümmern"?

Take it with a grain of salt.

Re: Wie mixt man einen Mojito?

@flava flow

Arbeitest Du in einer Bar? Dann empfehle ich Dir, jeden Gast, der einen Cocktail oder (oder von Dir aus?) ein Mischgetränk bestellt, über die Kategorie seines Getränks aufzuklären. Sag ihm oder ihr bitte, dass sie keinen "Cocktail" bestellt, wenn dies nicht der Fall ist. Was tatsächlich in fast 90% der Fälle der Fall sein wird, es sei denn Du bestreitest Deinen Hauptumsatz mit Old Fashioneds und Sazeracs etc. Deine Gäste werden Dich fassungslos ansehen und sich fragen, auf welcher Mission Du bist.

Ähnlich wird Dir in Österreich jeder Gast, der ein "Obi g'spritzt" bei Dir bestellt, äußerst dankbar sein, wenn Du ihn belehrst, dass er eigentlich einen "gespritzten Apfelsaft" oder auf hochdeutsch ein "Apfelschorle" wünscht. Es geht hier überhaupt nicht um Belehrung, sondern um Realitäten. Und die Realität ist, dass der Drink nur einer! der Gründe ist, weshalb Menschen eine Bar aufsuchen. Wenn Dich Begrifflichkeiten wie diese stören, müßte es Dich auch wurmen, dass deutsche Mitbürger ihr Mobiltelefon irrerweise "Handy" und die Eidgenossen ihres sogar "Natel" nennen.

@Barsalzamt

Mmmh, bist Du hier im richtigen Pfad oder wolltest Du woanders kommentieren? Du bist ja recht neu hier. Ich kann Dein Anliegen nicht ganz nachvollziehen. Bitte etwas ausführlicher! Interessanter Name übrigens...

Re: Wie mixt man einen Mojito?

ohh wehh. ich muss mit den gästen arbeiten die bei mir sitzen. und da ich nur wenige "kenner" bei mir sitzen habe, werde ich beim begriff cocktail in meiner bar bleiben. anderst sehe es aus, wenn ich einen anderen gästekreis hätte.
und in meiner barkarten habe ich kategosierungen wie fizzes, coladas etc.

das mit dem obi stimmt =)
leider geht hier mehr aperol gespritzt...

regards

Re: Wie mixt man einen Mojito?

@ helmut adam:
ich glaube du hast mich ein wenig falsch verstanden. ich habe nicht deine aussage kritisiert. ich habe lediglich mein grundsätzliches bedauern über die heutige barszene (ausgenommen toller bars, wie lebensstern, beckets kopf, le lion, etc.) ausdrücken wollen und das ich es schade finde, dass die bartender sich oftmals selber gar nicht für die matrerie interessieren und sich somit auch nicht wirklich auskennen. sicherlich hat jeder barmann etwas dazuzulernen und ein leben reicht gar nicht aus, um alles zu lernen. so bleibt uns gar nichts weiteres als uns auf best. bereiche zu spezialisieren. ich denke man braucht nicht über die tatsache zu streiten, dass es ne menge engargierte barleute gibt, sowie noch mehr "lullen", die sich nur neben dem studium damit abgeben oder welche diesen job nur um ihr täglich brot zu verdienen, machen. wenn das so weiter geht, dass einige gastronomen in ihren läden so arbeiten, wie sie es tun, sich nicht einmal versuchen weiterzubilden, sowie ladenbesitzer, die unter umständen hobbygastronomen sind und mit diesem sektor noch nie etwas zu tun hatten, was ich auch schon mitbekommen habe, sehe ich persönlich die gastronomie in deutschland den bach runter gehen, weil die gäste oftmals auch nur noch den scheiß wollen. es gibt genügend leute, die ein tolles menue in einem guten restaurant für ein big mäc menue stehen lassen, weil sie einfach nichts anderes gewöhnt sind und dieses gepunsche in den bars, diese happy hours und billigspirituosen, von denen man für wenig geld viel kopfschmerz am nächsten tag hat, kann ich nicht wirklich gut heißen. da ich diesen standpunkt einnehme, rege ich mich manchmal über bestimmte dinge auf, aber meine beiträge sollten keinesfalls dich bzw. sonst jemanden hier angreifen. ich wollte nur sicher gehen, dass der herr allstargum auch weiß, was ein mojito ist, was er ja anscheinend tut, und nicht seinen gästen erzählt, dass beispielsweise, wie ich es selber schonmal gehört habe ein swimming pool ein klassischer cocktail ist. auch ein chivas regal hat nichts mit mars oder snickers zu tun, was ich übrigens auch schon gehört habe.
auf die anfrage eines gastes, einen chivas regal zu bekommen, sagte die bedienung: "es tut mir leid, die küche hat schon zu!" ich nehme an, sie war wohl noch neu im betrieb, aber ich gebe nicht ihr, sondern dem menschen, der sie auf die gäste losschickt die schuld. ungeschultes personal, welches selbst bei unwissen nicht adäquat auf den gast eingehen kann.
und ja, ich versuche schon, auf keinesfalls unverschämte art und weise, auf meine gäste einzugehen und ihnen auch zu erklären, was sie da trinken, etc. es ist manchmal anstrengend und stressig, aber ich persönlich habe bisher positive referenzen bekommen und mich freut es den interessierten leuten ein wenig etwas mitzugeben. somit habe ich meinen part bestmöglich erfüllt. sicherlich muss man schauen, ob diese art von beratung und betreuung der gäste aufgrund der kapazitäten der bar überhaupt tragbar ist, aber aus diesem grund arbeite ich auch grundsätzlich nicht in großen massenabfertigungsstätten, sondern nur in rel. kleinen bars, in denen man noch auf qualität arbeiten kann.
mfg, flava

Re: Wie mixt man einen Mojito?

@flava flow

Okay, ich verstehe Deinen Grundansatz. Natürlich ist es wünschenswert, dass jeder Bartender über die Hintergründe von Begriffen wie "Cocktail" Bescheid weiß. Ich teile allerdings Deinen Pessimismus bezüglich eines mangelnden kulinarischen Bewußtseins in unserer Gesellschaft nicht. Sonst würde ich ja auch nicht Mixology machen. ;)

Wir sind schon ein ganzes Stück weitergekommen seit Swimming Pool und Sex on the Beach. Swimming Pool als Konzept ist übrigens bewundernswert. Weshalb ist dieser Drink so erfolgreich? Die Gäste konnten ihn einfach und ohne Erklärung "verstehen". Swimming Pool - blau, Kokosgeschmack, Sahne - die Leute haben damit sofort Urlaub, Hotel-Pool, Strand und einen Hauch von Mondänität verbunden.

Heute beschäftigt sich das Schumanns nicht mehr mit Swimming Pools, sondern mit Sake Cocktails. Auch ein Hinweis, dass sich einiges geändert hat in den letzten Jahren. Die Begrifflichkeit "Cocktail" ist aber meines Erachtens eine zu schwierige Aufgabe für den Anfang. Wie es gehen kann, zeigt Jörg von Drinkmix, der seine Mission in einer Rockdisco verfolgt: http://www.drinkblog.de/2009/02/09/von-missionaren-und-anderen-jungern/

Re: Wie mixt man einen Mojito?

finde ich gut, dass wir nun, auch wenn nicht in allen punkten übereinstimmend, aber das muss ja auch nicht sein, die missverständnisse geklärt hätten und wer weiß... ansichten und einstellungen ändern sich ja auch mit der zeit und vor allem mit persönlichen erfahrungen. da ich erst 24 jahre alt bin, habe ich ja noch eine weile um mich immer weiter zu bilden und vll. überzeuge ich mich ja auch irgendwann mal davon, dass die deutsche barwelt doch nicht den franchise-ketten gehört und nicht dem untergang geweiht ist ;) ich würde mich wirklich darüber freuen. eine weiterentwicklung der barkultur finde ich selber auch sehr gut. ich bin keineswegs konservativ was das betrifft, sonst wäre ich bei der dbu ;) (kleiner scherz)
mein statement bzgl. klassik und moderne in der cocktailwelt, welches ich bei einer cocktail competition schriftlich abgegeben habe, ist folgendes:
Moderne Elemente werden durch exotische Zutaten erweitert. Durch diese zeitgemäße Komposition entstehen kontrastreiche und außergewöhnliche Innovationen, wodurch die Barkultur um exotische Geschmackserlebnisse bereichert wird, ohne dabei ihren Bezug zur Zeit zu verlieren. Die klassische Cocktailwelt repräsentiert die Tradition der Barkultur.
Die Weiterentwicklung der Barkultur sollte meiner Meinung nach durch evolutionäre und nicht durch revolutionäre Veränderung gekennzeichnet sein. Denn Geschmack wird überliefert und ist abhängig von Traditionen. Ohne die Wurzeln ihrer Tradition ist eine Barkultur keine Kultur.
Im Cocktail sollen auf traditionelle Weise Exotik und Moderne zu einer gelungenen Einheit werden. Er schlägt eine Brücke zwischen dem altbewährt Klassischen und dem so noch nicht dagewesenen Neuen und führt damit nicht zu einem erzwungen neuen Geschmackserlebnis, sondern zu einer wohltuenden Stimulation, ohne Reizüberflutung der Sinne.

mag sein, dass nicht jeder meiner meinung sein wird, aber dies ist meine sichtweise bzgl. dieses themas und ich versuche dieses mit hilfe meiner bisher erworbenen kenntnisse und fähigkeiten so gut wie möglich umzusetzen.

in diesem sinne bedanke ich mich für das nette gespräch und hoffe das meine sichtweise nicht fehlinterpretiert wird. ich vertrete nur meine eigene meinung zu dem thema, bin aber auch offen für andere meinungen und lasse mich auch gerne von neuen erkenntnissen, etc. überzeugen. wie schon erwähnt, man kann nicht alles wissen und man lernt immer dazu.
deshalb finde ich mixology auch ne tolle sache und ich versuche so gut wie es mir möglich ist eure beiträge zu verfolgen.
mfg, flava.

Re: Wie mixt man einen Mojito?

Wir entschuldigen uns für die späte Reaktion. Aber in der letzten Woche wurden wir überhäuft mit Anfragen:

- Was ist unter der Mengenangabe von "sieben zehnteln" bei einem klassischen Cocktail zu verstehen? Und wie verträgt sich die Annahme, dass sich diese Mengenangabe eventuell auf einen Liter bezieht, mit der Massgabe: Trinken Sie bitte verantwortungsvoll?

- Ist ein "fix" tatsächlich eine Kategorie von Mischgetränken? (Natürlich ist es das - da muss man aber schon in das vorvorige Jahrhundert zurückgehen, um Rezepte dafür zu finden.)

- Was hat ein Autokauf mit der Bestellung eines Mischgetränks zu tun?

@ Herr Adam: Wir befinden uns schon im richtigen thread. Wenn Herr flava flow seine Privatmeinung, "ein mojito ist kein cocktail!", mit Kategorisierungen von vor mehr als einhundert Jahren begründet, dann sind wir der Ansicht, seine persönliche Fortbildung und Weiterentwicklung sollte fortgesetzt werden. Sonst kommt demnächst jemand und behauptet, die Erde sei eine Scheibe, weil dies vor fünfundert Jahren allgemeine Ansicht war, und begründet das damit, dass "es wieder einmal eine andere sache" sei, ob er die seither gewonnenen Erkenntnisse "gut heißt" . Beides tendierte doch eher in die Richtung "Eigen-PR". - Einige der 50 Jahre internationale Barerfahrung im Mixology-Büro stammen aus Österreich, wie wir sehr wohl wissen. Folglich dürfte Ihnen das Salzamt ein Begriff sein.

@ Herr flava flow: Sie haben sich ja schon ausserhalb dieses Forums an uns gewandt. Wir wollen daher die Diskussion auch nicht hier fortsetzen. Nur soviel noch: Werfen Sie nicht mit Vokabeln wie "absolut inakzeptabel" um sich. Eher sind schon "kleine scherze" die DBU betreffend in einem Blog unangebracht, in dem Herr Steinbach seine Sichtweise auf einen Mojito in sehr anschaulicher Weise darlegt.

Take it with a grain of salt.

Re: Wie mixt man einen Mojito?

@Barsalzamt

Ich glaube wir haben uns hier etwas missverstanden. Selbstverständlich beschäftigt sich Monsieur Flava Flow mit seiner Weiterentwicklung. Aber bei meinem "Albtraum" handelte es sich, wie die Überschrift schon besagt, um einen "Albtraum" (http://de.wikipedia.org/wiki/Albtraum). Keineswegs handelt es sich dabei um meine Beurteilung der Bartender-Szene im Wachzustand, wie ja in der Folge erklärt wird. Dass der eine oder andere Mojito durchaus ein Albtraum sein kann, ist wieder eine ganz andere Frage...

In der DBU gibt es konservative und weniger konversative Bartender. Kent gehört sicher zur zweiten Kategorie. Als wie konversativ man die DBU ansieht, hängt vom eigenen Standpunkt ab. Flava Flow darf hier selbstverständlich seine Meinung diesbezüglich äußern. Das Salzamt darf dies ebenso, sogar unter richtigem Namen und nicht nur als mehrfach virtuelle Instanz.

(Für die anderen Leser: http://de.wikipedia.org/wiki/Salzamt)

Re: Wie mixt man einen Mojito?

Dazu sage ich nur MY MOJITO IN LA BODEGUITA
MY DAIQUIRI IN EL FLORIDITA