Helmut Adam
Bild von Helmut Adam
Posts: 1447
Registriert seit: 2006-12-18

Das wird wahrscheinlich als erneuter Beitrag zum Füllen des Sommerlochs angesehen, aber die Fragen dieses jungen Herrn, der sich für den Beruf des Bartenders interessiert, sind wohl immer aktuell:

 

Guten Tag,

da ich momentan kurz vor dem abitur stehe mache ich mir vermehrt Gedanken um meine berufliche Zukunft. Da ein enger Freund des Familie einer der besten Bartender in Moskau ist hat mich dieser Beruf gleich fasziniert und ich denke es würde mir Spass bereiten ihn auszuüben. Deshalb wollte ich mich erkundigen, ob sie mir sagen könnten wie die Ausbildung zu einem Bartender in Deutschland aussieht.

Wie lange dauert sie? Wie viel kostet sie? Wo kann man sie machen? Wie sieht die Bezahlung aus?  Der Bedarf an Bartender in Deutschland? Chancen in einer angesagten Bar zu arbeiten (wird man da empfohlen oder "gescoutet" oder sich selber vorstellen?)

Welche Vorraussetzungen muss man für diesen Beruf haben? (körperliche sowie geistige (kreativität?!)) Wie schauen die Arbeitszeiten aus? Könnten Sie mir, falls Sie dies nicht beantworten können, mir Seiten schicken die mir mit antworten weiterhelfen könnten?  Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen, da mich dieser Beruf unglaublich fasziniert.

Mit freundlichen Grüßen,

Xyz. 

 

Ähnliche Fragen und Beiträge zum Thema wurde bereits in diesen Pfaden veröffentlicht:

http://www.mixology.eu/de/forum/bartender/berufseinsteiger

http://www.mixology.eu/de/forum/bartender/umschulung-zu-bartender-moegli...

http://www.mixology.eu/de/forum/bartender/grundausbildung_fur_den_job_al...

http://www.mixology.eu/de/blog/was-verdient-ein-bartender-teil-i

Marcel Berger
Bild von Marcel Berger
Posts: 15
Registriert seit: 2008-12-16
Frankfurt am Main
Re: Fragen zum Beruf des Bartenders/Barkeepers

Dann fülle ich doch mal das Sommerloch mit meinem Beitrag aus persönlicher Erfahrung:

Aus meiner Erfahrung kann ich eine solide Ausbildung als Restaurantfachmann oder auch Hotelfachmann nur empfehlen, wobei für den Restaurantfachmann in seiner Ausbildung eine längere Zeit an der Bar und im Barservice verbringt. So festigt man sein allgemienes Verständnis für alle Abläufe in der Gastronomie und Hotellerie. Wenn man ein Abitur hat sollte man sicher die Möglichkeit der verkürzten Ausbildung in Anspruch nehmen, ein halbes Jahr geht immer. Danach sollte man meiner Erfahrung nach eine Fortbildung an einer der Barschulen in Rostock, Berlin oder München machen. Dort werden einem grundlegende Techniken und Abläufe an der Bar beigebracht auf denen man später gut in der Praxis aufbauen kann. Ab jetzt hat man natürlich verschiedene Möglichkeiten, arbeiten als Commis de bar in einem Hotel oder einer anderen Bar oder Junior Barkeeper auf einem Kreuzfahrtschiff,in die Schweiz ist ohne Berufserfahrung eher schwierig. Ich persönlich kann ein halbes Jahr auf einem Schiff nur empfehlen, man bekommt die Routine, ist doch nach auf jeden fall Stressresistent und man spart auch noch ein bisschen Geld zusammen für die weiteren Fortbildungen. Für den Barmixer IHK wird ja mindestens ein Jahr Beruferfahrung nach der Berufsausbildung vorausgesetzt. Ich würde vorher allerdings die verschiedenen Barschulen vergleichen, die Kosten für die Kurse sind immer unterschiedlich. Anstonsten lernt man das meiste durch Selbstinitiative. Viel Lesen und die ein andere Master Class besuchen kann also bestimmt nicht schaden. Dann sind kompetente Kollegen der beste Weg viel und schnell zu lernen. Hast du deine Berufsjahre zusammen ist die Fortbildung zum Barmixer IHK ein schöner Nachweis das du einiges gelernt hast und du wirst spätetstens jetzt feststellen das Theorie und Praxis stark abweichen können. Für den Meister solltest du danach noch einiges an Berufserfahrung sammeln und schon einmal deine AdA nach AEVO ablegen, die benötigst du für deinen Meister eh. Für den Meister gibt es dann ein ganz Interessantes Phenomen.

Rostock: 2700,- € 6 Wochenkurs plus IHK Prüfungsgebühren und fertig.

München: Grundlegende Qualifikationen an einer Hotelfachschule 3000,- €
Handlungsspezifische Qualifikationen an einer Barschule 3900,- €
plus IHK Prüfungsgebühren

Das Ergebnis ist bei beiden ein anerkannter IHK Meisterbrief wo bei es in Rostock noch eine Schauurkunde gibt, was schickes fürs Schlafzimmer und in Bayern nur ein blau weißes Zeugnis. Bayern hat mit ihrem neuem Bildungsmodel irgendie versucht den Barmeister dem Restaurantmeister und dem Küchenmeister anzugleichen. Ob das allerdings den hohen Preisunterschied rechtfertig weiß ich nicht.
Das wäre vielleicht auch nochmal einen Beitrag bei Mixologie wert.